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13.06.2008
Pünktlich um 17:00 Uhr traf ich am bekannten Veranstaltungsort, der Turbine, ehemals Kit-Kat-Club, ein und es erwartete mich eine riesige Schlange von männlichen Personen. Ich stellte mich brav an und wartete gefühlte zehn Minuten bis ich endlich an der Reihe war. Zwischendurch hielt ich ein kleines Schwätzchen mit einer Darstellerin, die dafür zuständig war die Namen der Teilnehmer aufzunehmen, heute aber nichts mitmachte. Sie sei erkältet, ließ sie wissen, und wolle ja niemanden anstecken. „Außerdem sind diese Bukkakes nüscht für mich, ick drehe nur x-szenes. Davon aber schon jede Menge.“ Die junge Darstellerin lächelte einen sympathisch an und verkürzte so etwas die Wartezeit. Tja, und dann kommt der obligatorische Pieks des Pornoarztes, den man bei nahezu jeder dieser Veranstaltungen trifft und der längst nicht mehr praktiziert, sondern das Blutabnehmen und HIV-testen auf Pornodrehs zu seiner alleinigen Beschäftigung gemacht hat. Damit sei er sehr zufrieden, gibt er Kund und hinter den Kulissen tuschelt man, dass dieser Arzt zum Leidwesen der Produzenten ein guter Geschäftsmann sei. Das sei ihm gegönnt. Schließlich macht er seine Sache sehr routiniert, professionell und menschenfreundlich. Und ehrlich gesagt, so schmerzlos und so ohne jedes Nachbluten des Einstichs ist mir noch von keiner Sprechstundenhilfe und keinem anderen Arzt Blut abgenommen wurden. Vermutlich alles eine Frage der Übung und der Fingerfertigkeit – beides hat der Berliner Pornoarzt, ein ehemaliger Bezirkspolitiker der CDU, eindeutig. Heute half ihm seine Freundin bei der Arbeit und legte einem das Papierbändchen ums Handgelenk, das einen als getestet ausweist.
Nachdem damit per Schnelltest nachgewiesen wurde, dass ich gesund bin, erobere ich mir einen Sitzplatz im Inneren des kleinen Veranstaltungsraums und treffe eine ganze Menge Spritzkollegen, die ich schon von anderen Events kenne. So ist das eben – es gibt eine eingeschworene Bukkake-Gemeinde in Berlin. Man trifft sich immer wieder, man tauscht Tipps aus und man nörgelt an der stark verbesserungsbedürftigen Organisation der meisten Veranstaltungen herum. Satte eineinhalb Stunden vergehen, ehe es endlich losgeht – nicht wenige wären aus Frust fast schon gegangen. Durchaus ansprechend dafür diesmal die Ansprache der beiden Produzenten des Abends, Alex und Jürgen, die beide fünf Jahre Pornodarsteller waren, genau wissen, wovon sie reden und die die Hauptdarstellerinnen des Events vorstellen: Jenny Hard (manchmal als Katja angesprochen), schwarzhaarig und mit kleinem Bäuchlein, posiert im großlöchrigen Netzkleid; sowie Sandra, mit blonden langen Haaren und einem schicken roten Lederoutfit, das sie jedoch in den ersten Sekunden des Drehs ablegen sollte. Die Dritte im Bunde ist Babsi (vom Produzenten Spatzi genannt) mit Rastalocken, ohne BH und Slip, nur in halterlosen Strümpfen, die als Anbläserin fungiert, falls mal jemand schlapp macht. „Und das kann sie wirklich gut“, orakelt der Produzent und Ex-Pornodarsteller, „das weiß ich aus eigener Erfahrung.“ Es kommt zum peinlichen Teil des Abends, der überraschend clever über die Bühne geht: man möchte das wir alle einen Darstellervertrag unterzeichnen. Zwei Mädchen mit Six-Pack-Bäuchen überreichen uns den Vertrag und schaffen es tatsächlich, die meisten Namen und Unterschriften zu eruieren.
Noch immer geht es nicht los. Die Filmcrew besteht aus zwei Kameraleuten (eine Kamera bedient einer der Produzenten), zwei Fotographen, einem Webmaster und etlichen anderen. Man verwendet hochwertige HD-Kameras mit Weitwinkel und empfiehlt das Tragen von Masken, da schon mal ein Gesicht mitgefilmt werden könnte. Tatsächlich werden Masken an die Männerschar, die sich endlich kostenfrei bedienen lassen möchte, verteilt. Ein Kameramann wirft in der Ansprache noch schnell ein: „Leute, steckt ihr nicht zufällig mal eure Finger in die Puss*. Und spr***t den Frauen nicht in die Augen, bloß nicht in die Augen.“ Es geht langsam auf 19:00 Uhr und es geht endlich los.
Ein Bett mit roten Spannlaken ist in der Mitte des Raumes, gut ausgeleuchtet, platziert und schnell räkeln sich Sandra und Jenny hard darauf, machen ein paar alberne Lesbenspiele. Währenddessen raucht die Anbläserin Babsi erst mal provozierend langsam ihre Zigarette zu ende, ehe sie sich um Hängendes um sie herum kümmert. Schnell wird klar: der Ex-Pornodarsteller hat wohl mit den Künsten der Dame ein wenig übertrieben. Aber auch hier gilt der Spruch: einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Schon bald arbeiten sich einige Profi-Pornodarsteller an den Löchern der Damen auf dem im rot eingehüllten Bett ab und die Männer stehen Schlange, um sich von den Damen kurz oral zu verwöhnen zu lassen, um dann flugs ihre weiße Freude zu präsentieren. Alles klappt wie am Schnürchen, nur ein Telefonklingeln bringt den Kameramann kurz aus der Fassung. Er ist der Mann mit den schlechtesten Nerven vor Ort, dabei hätten ja eigentlich wir allen Grund nervös zu sein.
Da schon zwei Mädchen zur Verfügung stehen, genehmige ich mir natürlich gleich zweimal zu kommen. Einmal auf die Schwarzhaarige, mein Schuss hinterlässt sehenswerte Spuren auf ihrer Wange, und einmal auf die blonde Sandra, die mir mehr zusagt, die erstklassige Mundarbeit an mir leistet und mich nach geglückter Fontäne auch noch liebevoll aussagt. Dabei kam ich doch etwas ins Zucken. Insgesamt sind dreißig Anspritzwillige vor Ort und mir scheint nur eine Minderheit nach dem ersten Orgasmus das Weite gesucht zu haben. Die meisten stellen sich zweimal zum Anblasen an und vollenden dann auf hell erleuchteter Bühne auch zweimal.
Bevor die Pinkelszenen gedreht werden, legt das Team eine Pause ein. Und wieder macht das Beobachten von einigen Details richtig Spaß: ein Mann mit verfaultem Gebiss zieht sich seine Hose wieder an und stöhnt beim Anziehen seiner Hose auf ähnliche Art und Weise, wie er es auf offener Bühne beim Kommen tat; eine Darstellerin legt sich ein geknülltes Papiertaschentuch zwischen ihre Beine, damit die Sp*rmamassen dort hinein abfließen können; das Team fachsimpelt über die geschossenen Bilder und verteilt für alle, die jetzt gehen wollen, ein Abschiedsgeschenk. Es gibt eine DVD von ihrer Produktionsfirma als Dankeschön für die Teilnahme. Ich bin auch gegangen. Sicherlich hätte ich mir die Pinkelszene, an der ich nicht teilnehmen wollte, noch als Zuschauer ansehen können, aber nach über drei Stunden hatte ich doch ein wenig die Lust verloren. Jedenfalls bin ich nicht unzufrieden in Richtung Heimat gefahren - wieder ein Bukkake mehr in meinem Leben.
Quelle erotik-lesen.com